Titel Jahresjournal
Jahr 2017
Kunde Abteilung Raumplanung und Baurecht
Photographer Atelier Andrea Gassner – Christopher Walser
Redaktionsteam Marko Sauer (Redaktion); Heiko Moosbrugger (Projektleitung)
Umfang 48 – 56 Seiten
Auflage 8.000
Hinter dem Wort »Raumplanung« versteckt sich eine planerische Arbeit mit oft weitreichenden, für Einzelne mitunter einschneidenden Konsequenzen. Die Abteilung Raumplanung und Baurecht vom Amt der Vorarlberger Landesregierung möchte das Interesse und Verständnis für Raumplanung und Regionalentwicklung bei Interessierten und Verantwortlichen wecken und stärken. Im Rahmen eines Wettbebwebs präsentierte das Atelier Andrea Gassner eine Strategie, die mit verschiedenen Medien operiert: das Jahresjournal zur Themensetzung, verknüpft mit vertiefenden Fachdiskursen sowie einer Wanderausstellung auf groß dimensionierten Litfaßsäulen für eine kooperative Öffentlichkeitsarbeit in einzelnen Gemeinden. Das Jahresjournal ist als Fachmedium konzipiert und verfolgt ein Thema über zwei Jahre. Die beiden Journale ergänzen sich. Das erste Heft erscheint jeweils im Herbst und öffnet den planerischen Blick, das zweite folgt im Frühjahr und lenkt den Fokus im Sinne des »best practice« auf die Vorarlberger Gemeinden und Regionen. Mit den parallel dazu durchgeführten Planerwerkstätten und Foren wird das Thema in einem anderen, dialogischen Format aufgegriffen. Das Atelier Andrea Gassner gestaltet Magazine die gerne in die Hand genommen, gerne angeschaut werden und immer wieder verleiten, in die Tiefe der Texte zu tauchen. Das hohes Level in der Gestaltung textlastiger und komplexer Inhalte kommt nicht von ungefähr. Dahinter verbergen sich eine große Erfahrung in der bibliophilen Gestaltung anspruchsvoller Buchwerke und die konsequente Befassung mit den jeweiligen Inhalten. Schon der Bedruckstoff und die Bindeart unterscheidet das Jahresjournal von üblichen Drucksachen. Die im Basiskonzept festgelegten Vorgaben für Cover, Rubrikseiten, Ein- und Ausstiegsszenarien sorgen für den erwünschten Spannungsbogen. Typografie, Satzspiegel und Bildraster folgen dem Anspruch guter Lesbarkeit und Übersichtlichkeit. Ein besonderer Part ist die kommunikative Nutzung von Kartografie, Orthofotos, Diagramm- und Erklärgrafiken sowie der bildlichen Darstellung. Dazu zählt das redaktionelle Fotobriefing und, für einzelnen Themen, die fotografische Umsetzung selbst.
Titel Zukunftsfähiger Schulbau
Jahr 2017
Kunde Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Herausgeber Sabine Djahanschah, Deutsche Bundesstiftung Umwelt; Thomas Auer, Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen; Florian Nagler, Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren; Fakultät für Architektur, Technische Universtität München
Verlag Edition DETAIL, München
Umfang 247 Seiten
ISBN 978-3-95553-365-6
Die DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) fördert ihrem Stiftungsauftrag folgend innovative, modellhafte und umweltschonende Bauprojekte. Das Förderkonzept beinhaltet auch die Finanzierung von wissenschaftlichen Untersuchungen der jeweiligen Projekte und ihre qualitative Dissemination in Buchform. Das Atelier Gassner wurde mit der Konzeption für eine mehrbändige Edition beauftragt. Mit der ersten Publikation wird der Neubau des Schmuttertal-Gymnasiums dokumentiert: innovative pädagogische Ideen und partizipative Planungskultur bilden ungewohnte Raumgefüge, ambitionierte ökologische Ziele leiten die Konstruktion, Sachlichkeit und Inspiration prägen die Architektur. Bauherr und Förderer, Nutzer und Planer, Fachleute für Baurecht und technische Gewerke dokumentieren die Entstehung des Gebäudes, ergänzt durch Pläne und Fotografie. Die Ausgaben werden bewusst in deutscher Sprache veröffentlicht, demzufolge führte die Namensentwicklung zu der prägnanten, wie selbstverständlichen Bezeichnung »Bauband«. Herausforderung war, komplexe Inhalte so zu beschreiben und darzustellen, dass sie gut lesbar und schnell erfassbar sind. Gleichzeitig sollte das Buchwerk weder ein üblicher architektonischer Bildband noch eine trockene, textlastige Abhandlung sein. Mit den Mitteln der mikro- und makrotypografischen Gestaltung und hohen Ansprüchen an die redaktionelle Fotografie wurden die narrativen Anforderungen erfüllt. Die extra für dieses Buch erzeugten Plan- und Diagrammgrafiken geben vertiefende Informationen. Der Buchkörper verweist bereits durch das Format, das flache Aufschlagverhalten der Schweizer Broschur und den stabilen Pappeinband auf einen Ergebnisbericht mit Arbeitsmappencharakter. Eine von Band zu Band wechselnde Buntfarbe kontrapunktiert den gleichbleibenden, zurückhaltenden Grauton des Umschlags. Dieses prägnante farbige Gerüst des Buchkörpers spiegelt sich in vollflächigen Kapiteltrennseiten wider, welche den Inhalt wie eingezogene Etagen von außen sichtbar gliedern.
Titel Atelier Gassner
Jahr 2017
Photographer Christian Grass, Bruno Klomfar, Thomas Jantscher, Jirka Jantsch, Marte.Marte, Ignacio Martínez, Ferdinand Neumüller, Mirjam Reiter, Petra Rainer, proHolz, Erich Roth, Georg Schnell, Marius Thessenvitz, Darko Todorovic
Verlag Sonderzahl, Wien
Umfang 288 Seiten
ISBN 978-3-85449-468-3
Essays Alberto Alessi, Walter Bohatsch, Köbi Gantenbein, Roland Jörg, Otto Kapfinger
Lektorat / Übersetzung Sandra Leitte / James Roderick O'Donovan
Awards ADC*E Awards, CCA Award, DDC Award, Shortlist – Schönste deutsche Bücher
Dieses Buch ist mehr als ein Corporate-Publishing-Projekt. Auf 288 Seiten werden nicht allein die spannenden Arbeitsergebnisse der letzten 20 Jahre aufgezeigt, viel mehr auf eindrückliche Weise die Wege und Prozesse, die dahin führten. Das Buch beschreibt die überregional beachtete Arbeit des Ateliers, dessen gestalterische Ansätze und die konsequente Orientierung am Inhalt und an den Kommunikationszielen. Die 15 vorgestellten Projekte umfassen räumliche und grafische Gestaltung im Fokus angewandter Kommunikation – Buchgestaltung und Szenografie, Signaletik und Fassadengrafik. Das Buch selbst ist ein Beleg des kreativen Schaffens. Das Cover ist eine Remineszenz an eine konkrete Fassadengrafik zum Thema Haut und Oberfläche und überrascht die Wahrnehmung mit dem, was erst in der Wechselbeziehung zweier Oberflächen sichtbar wird. Die Herausforderung das Medium Buch im Buch zu zeigen gelingt, indem die Abbildungen einerseits beinahe faksimiliert auf die Seiten platziert werden, für den Betrachter somit eine weitere Interferenz zwischen Wirklichkeit und Darstellung entsteht. Andererseits wird der »filmische« Ablauf der Umbrüche und die Dramaturgie der Buchgestaltung auf einen Blick in Miniaturdarstellungen gezeigt. In den Beschreibungen finden sich Informationen zu den verschiedenen gestalterischen Ansätzen des Teams, zu interessanten Quellen und Herangehensweisen an den Kreativprozess. Textbeiträge haben Alberto Alessi, Walter Bohatsch, Köbi Gantenbein, Otto Kapfinger und Roland Jörg verfasst. Der Architekt Alberto Alessi schreibt in seinem Essay: „Die Arbeit des Atelier Gassner ist eine Demonstration dieser tieferen räumlichen Vorstellung. Ziel ist die Vermittlung eines Wertes und nicht die Vermittlung formaler Resultate“.