Titel Philosophicum Lech
Jahr 2018
Kunde Gemeinde Lech am Arlberg – Verein Philosophicum Lech
Redaktion Mirjam Fritz
Zusammenarbeit Bernd Altenried, Lindau
Programmierung Christoph Kapeller, Lech
Das Corporate Design des Atelier Gassner für die Gemeinde Lech bewährt sich seit über 25 Jahren und findet rege Anwendung, von der Briefausstattung mit allen Gemeindedrucksachen bis zu den Wegweisschildern im ganzen Dorf. Ziel war ein zeitgemäßer, jedoch von der Tourismuswerbung unabhängiger Auftritt. Basiselement des Corporate Design ist neben dem heraldisch begründeten Wappen die Schriftfamilie Trinité, eine moderne Renaissance-Antiqua von Bram de Does. Der Zeichensatz ist in drei Versionen verfügbar. Sie unterscheiden sich durch unterschiedlich große Ober- und Unterlängen. Diese Variablen und weitere, aufeinander abgestimmte Schriftschnitte erlauben eine präzise typografische Differenzierung für verschiedenste Anwendungsbereiche – von der Gemeindekorrespondenz über den bibliophilen Buchsatz, dem umfangreichen Wegleitsystem in der Gemeinde bis zum Webdesign. Das digitale und analoge Design für das »Philosophicum Lech« gründet auf dieser Schriftkultur in Verbindung mit einem einzigartigen Bildkonzept. Mikrofotografisch wird das jeweiligen Jahresthema mit wechselnden pflanzlichen Erscheinungen zum Ausdruck gebracht. Das »Key visual« erneuert sich auf diese Weise Jahr für Jahr und bleibt dennoch als Veranstaltungslabel wiedererkennbar. Die Website erfüllt mehrere Funktionen. Sie ist Archiv, Veranstaltungsbewerbung und gleichzeitig Kommunikationsplattform der Veranstaltungsorganisation. Das Webdesign sorgte für ein helle, aufgeräumte Website, die flexibel auf das jeweils benutzten Endgerät, vor allem Smartphones und Tablets, reagiert.
Titel ETH – Neubau GLC Health Science and Technology
Jahr 2018
Kunde Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
Architektur Boltshauser Architekten, Zürich
Status Quo Entwurf
Jahr-Erweiterung Umsetzung 2013 bis 2018

Architekt Roger Boltshauser legte seinen Entwurf im »Groove« der Architektur von Maison de Verre an. Die Transparenz von Formen und das Nebeneinander von »blanken« Materialien waren charakteristisch. Ganz im Sinne dieser frühen Moderne lag die Lesbarmachung von Funktionen. »Störenfriede« für die Ausfutterung der Innenwelt, beispielsweise Elemente für die Licht- und Haustechnik sollen sichtbar werden. Dies galt auch für die Signaletik. Architekt Roger Boltshauser involvierte deshalb in einem frühen Planungsstadium das Atelier Andrea Gassner. Funktionale Herausforderungen für die Wegführung im Neubau mit neuen Geschossen waren die Vielfalt der räumlichen Struktur und Nutzungsarten sowie die zu erwartenden personale Fluktuation und Nutzungsansprüche. Für alle Zonen, der Zentralorientierung, Suborientierung (Stockwerkbereiche) und der Detailorientierung (Raumkennzeichnung), waren Flexibiltät und Veränderbarkeit der Botschaften gefordert. Bereits in der ersten Designstudie setzte das Atelier Andrea Gassner auf digitale LED-Anzeigetechnik und Bildschirmübertragung. Alle Screens inkl. Wandgrafiken im Außenbereich sind dabei zentral ansteuerbar. Die Materialisierung sieht, im Sinne des architektonischen Entwurfs, eine archaisch technoide Materialsprache vor – Glas, geölter Stahl, Lichtbeton. Grafische Bausteine sind eine spezielle, für verschiede Körnungsstufen entwickelte Punkteschrift sowie ein Zeichenprogramm mit dem Formenmaterial der Groteskbuchstaben »E T H«. Diese Designkonzeption ermöglicht Musterfolgen und abstrakte typografische Rapports in horizontaler und vertikaler Reihung für Boden, Wand und einzelne Elemente. Basis aller Einzelzeichen ist das Quadrat und ermöglicht dadurch den fugenlosen Einsatz als partielle Intarsien im architektonisch vorgegebenen Moodboard mit Glasbausteinen oder Keramikbelägen. Das im Jahre 2019 initiierte Gesamtkonzept für eine einheitliche Signaletik aller ETH Haupt- und Nebengebäude verhinderte die Realisierung des individuellen Lösungsvorschlags.