Titel Signaletik Schlossbergtrail Bregenz
Jahr 2020
Kunde Stadt Bregenz
Metallbau Peter Figer Kunstschmiede, Bezau; Strahltechnik Muxel Peter, Schoppernau
Produktion Moosbrugger Malerei Werbetechnik, Au
Bereits 1993 gestaltete das Atelier Gassner in Zusammenarbeit mit der Raumplanungsstelle des Landes ein vorarlbergweites Wanderwege-Leitsystem. Es entwickelte dafür ein schlichtes Schildersystem aus naturfarbenem Aluminium, da in Tests diese Materialität und Farbe vor allem bei schlechter Witterung gut sichtbar waren. Im Gegensatz zu Themenwegen ging es hier vorwiegend um Orientierungshilfe. Inzwischen sind in Vorarlberg etwa 20.000 Schilder an 6800 Standorten aufgestellt. Das Leitsystem am Schlossbergtrail ergänzt das übergeordnete Wegeleitsystem mit unterstützenden Information zum neu aufgebauten »Fitnessparcour«. Ziel war eine unaufdringliche, den Waldwegen angemessene Wegleitung – als schlichte, wiederkehrende Akzentpunkte im Wald. Das Designkonzept des Atelier Andrea Gassner bedient sich natürlicher Farben und Materialien. Die sandgestrahlten Stahlwinkel und Stahlrohre wurden bewusst nur teilweise mit Klarlack versiegelt. Mit dem Korrosionsschutz und der natürlichen Oxidation des unbehandelten Stahls werden zwei Farbigkeiten an einem Material generiert. Das Rostrot nimmt Anleihen an den erdigen Tönen im Wald. Das Stahlgrau greift das Farbklima der Kieswege, des Gesteins und anderen Grautönen der Natur auf. Die Verbindung von Materialisierung, Formensprache und der neutralen, gut sichtbaren Beschriftung leistet die nötige Information ohne als störendes Element mitten in der Natur negativ aufzufallen. Die Typografie basiert auf den Corporate Schriften des vom Atelier Gassner im Jahre 2010 revitalisierten Erscheinungsbildes der Stadt Bregenz. Die Grafiken zu Orientierung und Illustration einzelner Stationen sind zeitlos, aber spielerisch für eine breite Zielgruppe (Kinder, Familien, Sportbegeisterte) ausgerichtet.
Titel Raster, Bewegung, Schichten, Muster
Jahr 2020
Kunde Land Vorarlberg
Architektur Querformat, Paul Steurer; hk-Architekten, Hermann Kaufmann, Thomas Fußenegger
Produktion Mader Werbetechnik, Lauterach
Hinter dem sperrigen Akronym »BSBZ« steckt der Unternehmenswortlaut: »Bäuerliches Schul- und Bildungszentrum für Vorarlberg«. In den fünf Trakten des Campus finden unterschiedliche Lehrveranstaltungen für verschiedene Nutzergruppen statt. Das Spektrum der Angebote bringt eine hohe und heterogene Besucherfrequenz. Impulsgeber für die Einbeziehung des Atelier Andrea Gassner war der Neubau des E-Trakts und die Anforderung für eine selbsterklärende Wegführung und Orientierung in der stetig gewachsenen Anzahl von Gebäuden, Zugängen, Stockwerken, Niveaus und Räumen. Eine weitere gestalterische Herausforderungen war der in öffentlichen Gebäuden gebotene Anprallschutz für wandhohe Glaselemente. Es galt ein System zu entwickeln, das die normativen Anforderungen erfüllt, aber gleichzeitig als grafisch spielerisches Element die neue Architektur unterstützt, anstatt sie zu stören. Die Gestaltungsarbeit setzte jedoch am Beginn jeder angewandten Kommunikation an, nämlich beim Namen, bei der Marke. In einem moderierten Prozess wurde der früher übliche und nie ganz außer Gebrauch geratenen Begriff »Landwirtschaftschule« revitalisiert und mit der Beifügung BSBZ als Marke und Logotype neu geschaffen. Inspiration für die grafischen Elemente des Sichtschutzes und der Signaletik waren visuelle Erscheinungen in Erdschichten, Texturen des Ackerbaus, die Architektur des Blattwerk, die Fotosynthese, die Wirkung des Sonnenlichts und des Windes in den Feldern, der Kreislauf des Wachstums – die Metamorphose. Zu diesem Thema und den benutzerführenden Inhalten entwickelte das Atelier Andrea Gassner – differenziert für jedes Stockwerk – Bewegungsmuster, Farben, Typo- und Plangrafiken. Durch Licht und Bewegung von Passanten geraten die Muster in Schwingung, verändern sich laufend, verschwinden und erscheinen wieder, wirken transluzent und wachsen gleichsam durch das Gebäude. Die Linienraster und Schraffuren verstehen sich als grafisches Echo zur vertikal strukturierten Holzfassade. Signaletik, Anprallschutz an den Glasflächen und Architektur spielen konstruktiv zusammen. Auch die sehr einfach und klar gestalteten Elemente der Zentral- und Suborientierung nehmen das Thema der Schraffur auf.