Titel Signaletik für einen inspirierenden Ort der Ruhe und Begegnung
Jahr 2026
Kunde Kloster Einsiedeln / Propstei St. Gerold
Architektur HK Architekten, Hermann Kaufmann, Christoph Dünser
Produktion Schlosserei Kalb, Mader Werbetechni

Die Propstei St. Gerold liegt auf einer kleinen Ebene am Südhang im Walsertal und trägt ihre Wurzeln im benediktinischen Erbe. Die ursprüngliche Einsiedelei wuchs in den letzten 1000 Jahren zu einem vielschichtigen Bauensemble. Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten mit hohem Qualitätsanspruch und durch die behutsame Begleitung von HK-Archi­tekten ergänzt und revitalisiert. Die inzwischen komplexe Struktur und die teils hohe Besucherfrequenz, erfordert ein Wegleitsystem zur Basisorientierung. Das Atelier Andrea Gassner kreierte eine eher zurückhaltende Signaletik, wohl­wissend, dass es weniger auf Lautstärke, sondern vielmehr um Angemessenheit, Erkennbarkeit und um die logische Platzierung in der Kartografie der Wege und Entscheidungspunkte ankommt. Kernelement der Orientierung ist der Tor­bogen als einladende Kennzeichnung des Hauptzuganges und ein in der Hof­mitte der Bauten platzierte Stele mit Wegweisern zu verschiedenen Orten und Angeboten. Das Kreuz – als zentrales Symbol des Christentums – bildet das konstruktive Grundmodul für Stelen, Steher und Wandobjekte. Das legendäre Propstei-­Emblem – eine feine, lineare Abstraktion eines Fabelwesens – war die Vorgabe für die grafische Gestaltung der Piktogramme. Diese erfüllen die wichtige Aufgabe einer einprägsamen, sprachneutralen Vermittlung. Die Bezeichnungen sind in zeitgenössischer Serifenschrift typografiert. Materialität und Farbklima fügen sich ein in die Baukultur der Propstei: Aluminiumblöcke, Stahlkonstruktion, anthrazit- und silberfarbene Oberflächen. Hinter dieser signaletischen Intervention steht neben all den pragmatischen Funktionen das Ziel, leise und hilfreich zu informieren und die Identifikation mit diesem besonderen Ort zu fördern.

Titel Signaletik Eugen Bolz Studentenwohnheim, Weingarten
Jahr 2026
Kunde Diözese Rottenburg Stuttgart
Architektur Cukrowicz Nachbaur Architekten
Farbkonzept Monika Heiss

Das neue »Eugen Bolz Studentenwohnheim« von Cukrowicz Nachbaur Architekten, inmitten der innerstädtischen Parklandschaft von Weingarten, schafft großzügige Blickbeziehungen ins Grüne. Das Wechselspiel der Rottöne an der Fassade erinnert an das Farbspiel verschiedener Grüntöne im Blätterdach.

Die drei im Park dominierenden Baumarten – Eiche, Kiefer und Platane – wurden für die signaletische Gestaltung vom Atelier Andrea Gassner in ein neues, grafisches Zeichensystem übersetzt. Sie dienen als inhaltliche wie auch visuelle Grundlage für die Einteilung des Gebäudes in seine drei Trakte. Daraus generierte, plakative Icons sind als wegleitende Grafiken eingesetzt und funktionieren darüber hinaus als ornamentales Teppichdesign. Über die Gebäudelänge von 90 Metern, transformiert sich das eigens entwickelte Muster des Teppichs passend zum jeweiligen Gebäudeabschnitt und bietet eine subtile Verortung der Eingänge von mehr als 180 Zimmern. Diese intuitive Wegleitung wird durch plakative Elemente kontrastiert. Sowohl im Außenbereich als auch im Foyer, finden sich farbige Plakate zur Orientierung und als informative Akzente vor Ort.

Außen, direkt über dem aufgeständerten, halboffenen Erdgeschoss kommuniziert ein typografisches »Fassadenband« den Namen der Einrichtung und verbindet sich mit Zitaten des Namensgebers Eugen Bolz.